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Markt erfordert mehr Fachkräfte und mehr Qualifizierung

Mitgliederversammlung des Verbandes GaLaBau NRW:
Breites Themenspektrum findet volle Zustimmung / Präsident H. Christian Leonhards im Amt bestätigt

Nachwuchssicherung, Qualifizierung, Digitalisierung, Grüne Stadt – vielfältig sind die Themen, die der Verband Garten-, Landschaftsbau- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr voran gebracht hat – und die auch in den kommenden Monaten weiterhin ganz oben auf der Agenda stehen. Dies machte Präsident H. Christian Leonhards bei der Mitgliederversammlung in der Historischen Stadthalle in Wuppertal deutlich. Eine Verbandsarbeit, hinter der die Mitglieder zu Hundert Prozent stehen – wie die Wiederwahl von H. C. Leonhards bestätigte. Diese fand auf Wunsch des Kandidaten in geheimer Abstimmung statt.

Wie der Präsident hervorhob, sind die „Experten für Garten und Landschaft“ nach wie vor gefragt und tragen mit ihrer täglichen Arbeit wesentlich zur Erhaltung, Verbesserung und Aufwertung eines grünen Lebensumfeldes bei. Die positive Entwicklung erfordert einerseits mehr neue Fachkräfte, andererseits mehr Qualifizierung. Der Verband GaLaBau NRW hat beides im Blick: Über die Nachwuchswerbung wird regional in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsbetrieben versucht, möglichst viele angehende Schulabgänger für den Beruf des Landschaftsgärtners zu interessieren – dafür wurden in 2015 unter anderem zwei neue Filme produziert. Und für die Weiterbildung organisiert der Verband zahlreiche Seminare. Im vergangenen Jahr wurden direkt vom Verband insgesamt 19 Seminare in ganz NRW mit über 500 Teilnehmern durchgeführt. Dabei waren die Pflanzenschutzsachkunde-Schulungen von besonderer Bedeutung. Und in 37 Veranstaltungen in den Bezirksverbänden haben rund 2.000 Landschaftsgärtner einen Auffrischungskurs besucht. Um den Aufwand für die künftig anstehenden Kurse für die Betriebe weiter zu reduzieren, wird derzeit an einer Online-Schulung gearbeitet.

Auch auf eine andere Aufgabe des Verbandes ging Leonhards ein: Technische Fortschritte, die beispielsweise das Management auf Baustellen betreffen, für den Berufsstand effektiv nutzbar zu machen. Dazu gehört BIM (Building Information Modeling). Hierbei handelt es sich um eine gemeinschaftliche, durch digitale Technologien unterstützte Arbeitsweise für das Planen und Bauen. BIM dient als digitale Schnittstelle zwischen allen am Bauprozess beteiligten Akteuren. Da die Bauindustrie bereits intensiv auf BIM setzt, wird dieser
Trend zeitnah auch den GalaBau erreichen.

Wie der Präsident betonte, konnte auch der Dialog mit der Landes- und Bundespolitik weiter ausgebaut werden. Dass Thema „Grüne Stadt“ bildet dabei immer häufiger eine Basis für konstruktive Gespräche. Einen anders gelagerten Diskussionsbedarf mit der Politik sieht Leonhards allerdings in den Bereichen Dokumentationspflichten durchs Mindeslohngesetz und der Nachunternehmerhaftung.

Bei den wirtschaftspolitischen Themen befindet sich der GaLaBau in Zusammenarbeit auch mit Industrie und Handel, wie Thomas Meyer, Präsident der IHK Wuppetal – Solingen – Remscheid hervorhob. Ein weiteres gemeinsames Betätigunsfeld ist die Ausbildung im Rahmen des Dualen Bildungssystems. Es wird laut dem IHK-Präsidenten besonders gefordert sein, um Flüchtlinge mit Bleibeperspektive möglichst schnell ins in Arbeitsmarkt und Gesellschaft zu integrieren. Es werde „harter Arbeit“ und vieler Investitionen bedürfen, um Flüchtlinge ausbildungsfähig zu machen.

„Wenn wir gut aufgestellt sind und clevere Ideen haben, können wir Markt machen“, konstatierte BGL-Vizepräsident Eiko Leitsch bei seinem Bericht über den Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. So hat die Imagekampagne dazu beigetragen, dass inzwischen mehr als 60 Prozent des Branchenumsatzes im Privatgartenbereich erwirtschaftet wird.

Unter dem Motto „Hallo NATOUR“ ist im Moment beim BGL eine sogenannte Roadshow in Arbeit. Diese soll am 2. Mai 2016 in Berlin beginnen. Dabei handelt es sich um einen grünen Pop up-Park, der beispielsweise für einen Tag in Innenstädten aufgebaut werden kann, um auf die Leistungsfähigkeit der Landschaftsgärtner hinzuweisen und mehr Lust auf Garten zu machen. Ein wichtiger Punkt der Tagesordnung waren die Wahlen fürs Präsidium des Landesverbandes. Neben H. Christian Leonhards (Wuppertal) als Präsident wurden Vizepräsident und Schatzmeister Josef Mennigmann (Hamm) und Präsidumsmitglied Ludwig Scheidtmann (Marl) für drei weitere Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Neu ins Präsidum gewählt worden ist Frank Linneweber (Dortmund).

Darüber hinaus gehören dem Präsidium weiterhin Ehrenpräsident Manfred Lorenz (Bergisch Gladbach), Vizepräsident Thomas Banzhaf (Essen), Thomas Borgmeier (Hagen), August Forster (Bonn), Thomas Kramer (Olpe), Benjamin Küsters (Neuss), Arnd Meyers (Krefeld), Reinhard Schulze Tertilt (Everswinkel) und Markus Schwarz (Greven) an.