Auch vier Minister suchten den Meinungsaustausch mit den Unternehmern
Düsseldorf (pcw). Ob Landesgartenschauen oder "1-Euro-Jobs" in Nordrhein-Westfalen - die Politiker im Land werden von den Landschaftsgärtner in NRW so oft wie möglich damit konfrontiert, wie sich politische Entscheidungen in der Praxis auswirken. Diesem Meinungsaustausch diente auch der jüngste "Parlamentarische Abend" im Düsseldorfer Hafen, zu dem der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW gemeinsam mit dem Landesverband des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten NRW eingeladen hatten.
Vier Minister und zwei Staatssekretäre sowie zahlreiche Abgeordnete des NRW-Landtags wie auch Landschaftsgärtner und -architekten nutzten die Gelegenheit, sich über politische Zielsetzungen und unternehmerische Handlungszwänge auszutauschen. Wie GaLaBau-Präsident Manfred Lorenz verdeutlichte, haben die Landschaftsgärtner noch keinen Grund aufgrund der konjunkturellen Entwicklung schwarz zu malen: "Die Wirtschaftskrise ist im Garten- und Landschaftsbau zurzeit noch nicht angekommen. Die Zahl der Beschäftigten in unserer Branche ist weiter stabil. Gute und qualifizierte Landschaftsgärtnermeister, Techniker und Ingenieure werden nach wie vor dringend von den Betrieben gesucht." Allerdings bereite die Fachschulsituation in Essen mit ihren Raumproblemen noch große Sorgen. "Es ist unbedingt notwendig, die Raumsituation in Essen - bei inzwischen mehr als 300 Meisterschülern - deutlich zu verbessern. Alle Meisterschüler müssen in zeitgemäßen Klassenräumen unterrichtet werden können."
Sorgen bereite aber auch, dass der Arbeitsbereich der Landschaftsgärtner in den Städten und Gemeinden immer noch zu häufig als Betätigungsfeld für arbeitsmarktpolitische Aktivitäten gesehen werde. Lorenz sprach sich grundsätzlich dafür aus, schwer vermittelbaren Langzeitarbeitslose und schwerbehinderten Menschen eine Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. "Aber dies sollte auf sozialpolitischer Seite nicht überwiegend zu Lasten des Garten- und Landschaftsbaus versucht werden."
Ferner mahnte Lorenz die Fortführung von Landesgartenschauen auch über den Ausschreibungszeitraum 2017 hinaus an. "Landesgartenschauen sind nach wie vor ein Publikumsmagnet in jeder Region - selbst wenn ihre Eröffnung bereits jahrelang zurückliegt." Die Nachfrage seitens der kleineren und mittleren Städte sei so hoch wie nie. Denn Landesgartenschauen ermöglichen den Kommunen zukunftsweisende strukturelle Veränderungen. "Die Landesgartenschauen müssen in kürzeren Zeitabständen aufeinander folgen", appellierte Lorenz an die Politiker - besonders gegenüber Landesinnenminister Ingo Wolf, NRW-Finanzminister Helmut Linssen, Lutz Lienenkämper, Minister für Bauen und Verkehr, sowie Eckhard Uhlenberg, Minister für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Andreas Winter, 2. Vorsitzender des Bundes deutscher Landschaftsarchitekten, Landesgruppe NRW, hob in seinen Grußworten hervor, dass das Konjunkturprogramm der Bundesregierung in der konkreten Objektplanung greift. Er drückte seine Hoffnung aus, dass auch eine schnellstmögliche Erholung im Bereich der privaten Investoren eintritt.
Für die Gäste aus der Politik betonte Regina van Dinther, Präsidentin des NRW-Landtages, die enger gewordene Zusammenarbeit mit den Landschaftsgärtner. Sie dankte den GaLaBau-Unternehmen für eine beständig hohe Ausbildungsleistung und verdeutlichte, dass die Fachunternehmen im Landtag als wichtige Arbeitgeber gesehen werden.
Zum Bild:
Mit Finanzminister Dr. Helmut Linssen (l.), Eckhard Uhlenberg (3.v.l.), Minister für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft; Marie-Luise Fasse, Vorsitzende des Ausschuss für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, sowie MUNLV-Staatssekretär Dr. Alexander Schink (r.) konnten GaLaBau NRW-Präsident Manfred Lorenz (2.v.r.) und Geschäftsführer Dr. Karl Schürmann (2.v.l.) "politische Schwergewichte" beim Parlamentarischen Abend der Landschaftsgärtner wie auch Landschaftsarchitekten begrüßen. Foto: pcw
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