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Ein 50er-Jahre-Garten wird zur stylishen Outdoorküche

Viel Komfort beim Kochen mitten in der Natur

Foodblogger Florian Deffte vonBigmeatlove, gelernter Bauzeichner, hatte für die Neugestaltung seines Gartens schon einen ausgeklügelten Plan im Kopf. Dann kam Landschaftsarchitekt und -gärtner Dirk Blanik aus Bottrop-Kirchhellen. „Gut, dass ich ihn habe machen lassen“, sagt der Bottroper heute. „Denn sonst hätte ich viel Potenzial des Gartens verschenkt.“ Blanik entwickelte für das 360 Quadratmeter große Grundstück hinter einem klassischen Siedlungshaus aus den 1950er Jahren ein stimmiges Konzept. Schritt für Schritt verwandelte sich das in die Jahre gekommene Areal mit einer stattlichen japanischen Zierkirsche im Zentrum in einen modernen Garten mit Gartenräumen von hoher Aufenthaltsqualität. „Meine Frau Niki und ich haben dem Landschaftsgärtner komplett freie Hand gelassen und ihn gebeten, kompromisslos zu planen. Wir haben uns allerdings vorbehalten, dass wir nicht alles auf einmal umsetzen.“

300 Tage im Jahr draußen kochen

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Flos Herzensprojekt ist in jedem Fall seine 100 % outdoortaugliche Küche, maßgefertigt und komplett überdacht. Sie befindet sich am hinteren Ende des Grundstücks. Länger könnte der Weg vom Haus dorthin nicht sein. Und doch stand es nie zur Debatte, die Küche an der Terrasse und damit in der Nähe des Hauses zu verorten: „Klar, ich muss die Lebensmittel, die verarbeite, einmal quer durch den Garten tragen“, so der Foodblogger. „Dafür schaue ich beim Kochen aber auch nicht vor eine Hauswand, sondern bin mitten in der Natur. Im Sommer fliegen die Hummeln an meinem Gesicht vorbei – das liebe ich einfach!"

Gleichzeitig ist die Küche absolut praxistauglich: „Mir war es beispielsweise wichtig, viel Arbeitsfläche zu haben, damit ich dort nicht nur das Dressing auf den im Haus zubereiteten Salat geben, sondern auch wirklich schnibbeln kann.“ Zur Ausstattung gehören neben einem Gasherd mit mehreren Kochstellen auch ein Big Green Egg, ein Ei-förmiger Keramikgrill, in dem Deffte über Holzkohle grillt, und ein südafrikanischer Braai-Grill, der mit Holz befeuert wird. Worauf man bei der Planung unbedingt achten sollte, verrät der Foodblogger auch: auf fließendes und warmes Wasser. Denn: „Wenn man für jedes Mal Händewaschen ins Haus muss, dann hält sich der Spaß beim Draußenkochen in Grenzen.“

Flo jedenfalls bereitet, grob geschätzt, an rund 300 Tagen im Jahr, im Sommer wie im Winter, komplette Mahlzeiten in seiner Outdoorküche zu – von der Pasta für die Familie bis zum 3-Gänge-Menü mit Freunden. Als Gastgeber und als Foodblogger ist es ihm wichtig, die Esskultur in Deutschland nach vorne zu bringen: „Ich finde, dass man sich den Wert von Lebensmitteln wieder bewusster machen sollte. Außerdem ist Essen auch ein verbindendes gemeinschaftliches Erlebnis und nicht nur bloße Nahrungsaufnahme.“

„Pflanzen sind das wichtigste Element im Garten: Sie sorgen zu jeder Jahreszeit für Lebendigkeit.“
Dipl.-Ing. Dirk Blanik, Landschaftsarchitekt und Landschaftsgärtner

Den Grundstein dafür, dass Flo und Niki ihren Garten heute sowohl nutzen als auch genießen können, hat Landschaftsgärtner Dirk Blanik gelegt. Seinen eigenen Plan legte der Foodblogger schnell zur Seite, als er sah, wie der Experte das Projekt anging: „Er hat seinen Entwurf danach ausgerichtet, wo Licht und wo Schatten ist, wo man morgens sitzt, wo abends. Darauf hatte ich bei meinen Überlegungen überhaupt nicht geachtet.“ Eine alte Laube, die Deffte ursprünglich abreißen wollte, bezog der Landschaftsgärtner in die Planung mit ein und macht daraus das Outdoor-Esszimmer.
Begeistert ist der Foodblogger auch vom Pflanzkonzept: Ein kleiner Lebkuchenbaum, dessen Laub tatsächlich nach dem Gebäck duftet, steht an der Terrasse am Haus. Bambus, japanisches Blutgras und Lampenputzergras geben Struktur; Ährige Prachtscharte und Lavendel sorgen für den Blütenflor. Eine Hainbuchenhecke übernimmt den Sichtschutz. „Das Zusammenspiel der verschiedenen Pflanzen ist wirklich sehr gelungen“, lobt Florian Deffte die Auswahl des Fachmanns. „Am Anfang hat man sich zwar gefragt, ob das alles jemals so richtig grün wird. Doch bereits nach dem ersten Jahr konnte man sehen, wie sich die Pflanzen im Garten richtiggehend eingelebt hatten.“

Zurzeit wird der Garten übrigens erweitert: Flo und Niki haben inzwischen zwei Kinder und setzen neue Prioritäten: „Wir sind mit unserem Landschaftsgärtner schon im Gespräch, wie wir im seitlichen Gartenteil, der bisher noch unbearbeitet ist, einen Sandkasten, Spielmöglichkeiten und vielleicht sogar einen Pool für den Nachwuchs elegant unterbringen können.“

Details zur Ausstattung der Küche sowie viele weitere Fotos finden sich auf der Website von Flo Deffte. Im Vordergrund stehen dort aber Rezepte von der Bacon Bomb bis zum perfekten Sous-vide-Steak.

Fotos: Bigmeatlove & Tobias Oehlke, Blanik Garten- und Landschaftsbau