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Ein „Ruinengarten“ mit mediterranem Flair

Niemand würde vermuten, dass dieses üppig bewachsene Gartenparadies bis ins Detail geplant ist.

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Copyright: Volker Püschel

„Hortus conclusus“ nennt man in der Kunstgeschichte einen eingefriedeten Garten, das Motiv geht zurück aufs Alte Testament. In Anlehnung an die sentimentalen Gärten des 19. Jahrhunderts hatte Landschaftsarchitekt Volker Püschel in Düsseldorf nun einen solch geschlossenen bzw. geschützten Garten in Düsseldorf als Teil einer 6.000 Quadratmeter großen parkähnlichen Grundstücks geplant. Für Landschaftsgärtner Hendrik Hoemann von Ringbeck Garten- und Landschaftsbau in Langenfeld war die Umsetzung keine alltägliche Aufgabe: Gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten und der Bauherrin, einer ausgesprochenen Gartenliebhaberin, verwandelte das Unternehmen das Areal um eine verlassene und abrissreife Backsteinvilla aus dem 20. Jahrhundert in ein mediterranes Schmuckkästchen. Dafür wurden die Erdgeschosswände des mit Efeu, Rosen, wildem Wein und Kletterhortensien überwucherten Bauwerks erhalten und geben dem neuen Garten den richtigen Rahmen.

Ein Höhepunkt des Ruinengartens ist eine 25 Quadratmeter große und beheizbare Orangerie, die sich in ihrer Dachform in Höhe und Breite der vorhandenen Restmauer anpasst. Fotos: Sibylle Pietrek

Geschick und Gefühl bei der technischen Umsetzung

Für die Umsetzung eines solch ambitionierten Konzepts braucht es erfahrene Fachleute. Eine besondere Herausforderung für die Landschaftsgärtner lag in der Verwendung der Materialien: Naturstein und Klinker haben Ecken und Kanten – oder, wie der Fachmann sagt: Sie sind in keinster Weise „maßhaltig“. Die Unregelmäßigkeit des Materials erfordert nicht nur ein besonders genaues Arbeiten. Hendrik Hoemann: „Beim Bau von Mauern und Wegen kommt es neben dem handwerklichen Geschick des Landschaftsgärtners auch auf das Gefühl an, an welcher Stelle welcher Stein richtig liegt. Denn nur dann wird der Garten auch den Charakter erhalten, der dem Kunden und dem Landschaftsarchitekten bei der Planung vorschwebte.“

Kein Wunder, dass der Düsseldorfer Ruinengarten inzwischen mehrfach ausgezeichnet wurde – jüngst im Rahmen des nrw.landschaftsarchitektur.preis 2020 des Bund Deutscher Landschaftsarchitekten Nordrhein-Westfalen (bdla nw). Die Jury lobte die Planung und Umsetzung des Hausgartens mit „hoher ästhetischer Qualität in Materialität, Detail und Pflanzenverwendung.“

Zwei alte gusseiserne Säulen markieren den Eingang in den Ruinengarten. Von dort erschließt sich der Garten durch ein Wegekreuz, das sich in die bereits vorhandenen Öffnungen im Mauerwerk einfügt.

Ein gutes Händchen für die Pflanzen

Die Pflanzenauswahl hatte es auch Hendrik Hoemann und seinem Team besonders angetan: „In diesem Garten gibt es eine Vielfalt unterschiedlicher Pflanzen, die ihresgleichen sucht.“ Ausgesucht wurden die Gewächse von der Landschaftsarchitektin Helgard Püschel. Ein Olivenbaum, Feigen und Aprikosen, europäische Palme, Magnolia grandiflora, ein alter Weinstock, viele Rosen und Lavendel verleihen dem geschützten Hausgarten ein mediterranes Flair. Bei den Pflanzarbeiten lag ein besonderes Augenmerk auf den Stauden. Bevor jede von ihnen ihren letztendlichen Platz fand, wurde sie durchaus vier- oder fünfmal umgesetzt. Auf die Pflanzung spezialisierte Landschaftsgärtner bewiesen dabei ein gutes Händchen.

Das Ergebnis jedenfalls spricht für sich, sagt Henrik Hoemann: „Alle Pflanzen haben sich prächtig entwickelt, weil sie genau an den richtigen Standorten stehen. Es ist eine Freude, durch diesen unkonventionellen Garten zu schlendern, in dem einfach alles passt.“