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Gelungene Verbindung von Stadt und Naturerleben

Stadt-Natur-Park Flingern in Düsseldorf bietet viele spannende Blickwinkel.

Die Natur hatte die stillgelegten Flächen des früheren Güterbahnhofs im Düsseldorfer Stadtteil Flingern längst erobert, als 2010 die Planungen für die Nutzung des 22.000 Quadratmeter großen Areals begannen. Inzwischen befindet sich dort ein moderner Stadtpark mit unterschiedlichen Spiel- und Aufenthaltsbereichen. Zahlreiche bauliche Elemente erinnern indes noch an die ursprüngliche Funktion des Geländes – von markanten Industriecontainern bis hin zur repräsentativen Gleispromenade, die dem früheren Weg der Schienen folgt. Hendrik Hoemann von Ringbeck Garten- und Landschaftsbau aus Langenfeld, die das Konzept des Essener Planungsbüros Förder Landschaftsarchitekten umgesetzt haben, begeistert an dem Konzept insbesondere die Weite und die Großzügigkeit, die das Areal ausstrahlt – obwohl das Grundstück an sich eher lang und schmal ist: „Besonders spannend sind für mich aber die vielen Blickwinkel, die der Park bietet, sowie die Verbindung von Stadt und Naturerleben.“

Großformate erfordern höchste Präzision

Dem Konzept der Parkanlage, eingereicht beim diesjährigen nrw.landschaftsarchitektur.preis 2020, liegt ein klares Erschließungskonzept zugrunde: Parallel zur Gleispromenade aus Großformatplatten verläuft entlang eines naturnahen Wäldchens ein geschwungener Weg mit wassergebundener Wegedecke. Dazwischen gibt es weitere Verbindungen, die zu den Wohnquartieren der Umgebung führen. Im Norden des Parks haben die Landschaftsgärtner einen urbanen Platz angelegt, das sogenannte Grafenbergentree. Insgesamt vier Spielbereiche komplettieren die Anlage. Jeder Bereich richtet sich an eine andere Altersstufe, vom Kleinkind bis zum Jugendlichen. 

Auf einer Fläche von fast 1.000 Quadratmetern hatte der Landschaftsarchitekt die Verlegung von Großformatplatten vorgesehen. Zwei mal zwei Meter bzw. zwei mal 1,5 Meter maßen die Platten, bei einer Dicke von 16 Zentimetern. Das Gewicht pro Platte: knapp zwei Tonnen. „Für das Verlegen solcher Formate braucht man schon eine gewisse Expertise“, so Hoemann. „Die Arbeit erfordert äußerste Präzision. Denn wenn so eine Platte einmal liegt, kann man sie kaum mehr verschieben. Alles muss im ersten Anlauf sitzen.“ Teil der Aufgabe waren auch die umfangreiche Ausstattung des urbanen Parks mit Fitness- und Spielgeräten, der Bau eines Parcouring-Bereiches sowie vielfältige Pflanzarbeiten. 

Konstruktive Zusammenarbeit

Der Stadt-Natur-Park Flingern in Düsseldorf ist aber nicht nur ein anspruchsvolles Entwicklungsprojekt, sondern auch ein gutes Beispiel für die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Landschaftsarchitekten, Landschaftsgärtnern und Stadt. Bei einem Projekt einer solchen Größenordnung ist es immens wichtig, dass alle Beteiligten offen miteinander kommunizieren. Erst recht, wenn unvorhergesehene Ereignisse die Abläufe durcheinanderbringen. In Düsseldorf war es das schlechte Wetter. Ausgerechnet während der Erdarbeiten schüttete es wie aus Eimern. Angesichts der schwierigen Böden vor Ort galt es zu entscheiden, ob die Arbeiten vorsorglich eingestellt werden sollten oder wie man an welcher Stelle doch weiterarbeiten konnte, ohne langfristig Probleme mit anstehendem Wasser zu riskieren. Diese Angelegenheiten ließen sich beim Stadt-Natur-Park Flingern im Gespräch stets schnell lösen.

Die Landschaftsgärtner übernahmen neben der Fertigstellungspflege für zwei Jahre auch die Unterhaltspflege für den Park. Das hat sich insbesondere im Hinblick auf die Baumpflanzungen bezahlt gemacht: Alle Bäume sind gut angewachsen. „Positiv hervorzuheben sind hier die großen Baumquartiere in den Flächen – durchaus keine Selbstverständlichkeit bei der Planung“, sagt Hendrik Hoemann. „Die Bäume hatten so aber die Chance, wirklich gut zu durchwurzeln.“ Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen die Pflege an die Stadt übergeben. Nach wie vor ist Hoemann immer wieder mal vor Ort, genießt die Weite und die Ruhe – und dass die Menschen den Park gut angenommen haben.

Zahlen, Daten, Fakten zum Projekt

Projektzeitraum – 2012 bis 2017
Bauzeit der Landschaftsgärtner – Dezember 2016 bis Juli 2017
Bodenbewegung – 7.000 m3

Wege (Auszug)

2.220 m2 ungebundene Wegedecke,
950 m2 Großformatplatten,
600 m2 30/10 Rechteckpflaster

Bepflanzung (Auszug)

80 Bäume (von Ahorn bis Birke)
12.000 m2 Saatrasen
22.000 maschinell gesetzte Blumenzwiebeln

Fotos: Johannes Zell