Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation

Das geht auch im Mehrparteienhaus:

Das Wohnumfeld lebendig und grün gestalten

Ein neues Bauprojekt ohne Begrünungskonzept? „Undenkbar!“ konstatiert H. Christian Leonhards, Präsident des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Nordrhein-Westfalen e.V. Heute wird der Freiraum von Anfang an mitgedacht und gemeinschaftliches Grün von vornherein eingeplant. In vielen Bebauungsplänen ist zudem die Dach- und Fassadenbegrünung von Gebäuden ausdrücklich geregelt. Leonhards: „Nach unserer Erfahrung hat die Wohnungswirtschaft das Potenzial, die eigenen Wohnquartiere umweltgerecht und klimasicher auszustatten und ist damit ein bedeutender Faktor im Städtebau.“

Lebensqualität, Gesundheit und Wohlbefinden

Jüngere Umfragen belegen einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung, was Erwartungen an das Wohnumfeld betrifft. Karl Jänike vom VGL: „Die Corona-Pandemie hat wie ein Verstärker gewirkt. Menschen wollen fußläufig Grünflächen erreichen und die Möglichkeit nutzen, jenseits von Beschränkungen ihren sozialen Austausch zu pflegen – und das betrifft alle Altersgruppen.“ Einfache Rasenflächen als Abstandsgrün sind hier längst nicht mehr ausreichend, gewünscht sind dagegen Aufenthaltsorte mit Spiel- und Sitzmöglichkeiten in abwechslungsreichen und klimawirksamen Grünflächen mit Gräsern, Stauden und Gehölzpflanzungen, die sich durch vielfältige Blüh- und Fruchtaspekte auszeichnen. „Gut geplante und fachkompetent gepflanzte Beete sind mit wenig Pflegeaufwand zu erhalten, sie bieten Lebensräume für Pflanzen und Tiere und damit auch Naturerfahrungsräume für die Bewohner im direkten Lebensumfeld“, ergänzt Leonhards. Außerdem wirken diese Vegetationsflächen positiv auf das Klima und die Luftqualität vor Ort: Beschattung, Verdunstungskühle, Luftfilterung – Experten sprechen in diesem Zusammenhang von „naturbasierten Konzepten“, die einfacher, preiswerter, schöner und dabei wirkungsvoller sind als technische Lösungen.

Klimaanpassung ist Gebot der Stunde

Vor allem größere Wohneinheiten sind hier angesprochen. Sie verfügen über größere Freiflächen, aber auch mehr Dach- und Fassadenflächen und stellen damit eine relevante Größe zur Verbesserung des Kleinklimas in Städten dar. Und die aktuelle Flutkatastrophe in verschiedenen Teilen Deutschlands macht deutlich, dass Klimaanpassung dringend geboten ist. Der Klimawandel zeigt sich mit Extremwettern und dramatischen Folgen für Menschen, Gebäude und die öffentliche Infrastruktur: Starkregen mit Überschwemmungen einerseits und längere Hitzeperioden mit Dürre andererseits. Jänike: „Jeder Quadratmeter mit nicht versiegeltem Boden ist ein Beitrag zur Verbesserung des Wassermanagements. Jede Pflanze, die mit Verdunstungskühle und Schattenwirkung die Temperatur im Freiraum senkt, ist wertvoll.“ Mit standortangepassten und fachgerecht angelegten Grünflächen kann die Wohnungswirtschaft die Klimaresilienz ihrer Liegenschaften deutlich verbessern, steigert gleichzeitig ihre Attraktivität und damit auch die Lebensqualität ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Zusätzlich zu den positiven Effekten für die Mieter stärkt die Wohnungsgesellschaft mit guten, aktiven Grünkonzepten auch ihre Attraktivität gegenüber Investoren und Geschäftspartnern sowie Versicherungen.

Gemeinsam in eine gute Zukunft

Spätestens seit der Einführung der EU-Taxonomie werden Investitionen in nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten gefördert, hierzu zählen auch Begrünungsmaßnahmen zur Aufwertung der Quartiere sowie die Gebäudebegrünung, denn sie tragen nachweislich zur Erreichung der EU-Umweltziele bei. Leonhards: „Aktuell haben wir ein gemeinsames Positionspapier mit dem VdW Rheinland Westfalen und dem Bundesverband Gebäudegrün (BuGG) entwickelt. Aus Erfahrung wissen wir, dass es für erfolgreiche Projekte den Dreiklang von engagierten und motivierten Bauherren, zuverlässigen Anbietern von Material und Technik und eben unseren Fachbetrieben als Experten für Garten und Landschaft mit der Kompetenz in Ausführung und Pflege braucht.“ Das Positionspapier enthält auch eine „Prozesslandkarte“ zum begrünten Wohnen. Hier finden sich Erläuterungen zu konkreten Maßnahmen der Bauwerksbegrünung und Quartiersentwicklung und konkrete Hinweise, über welche Kanäle Fördermittel genutzt werden können. 

VGL NRW

Download Pressefotos (VGL NRW/GPP):

Mit standortangepassten und fachgerecht angelegten Grünflächen kann die Wohnungswirtschaft die Klimaresilienz ihrer Liegenschaften deutlich verbessern, steigert gleichzeitig ihre Attraktivität und damit auch die Lebensqualität.

download 5850 | zip 8117 kb

Karl Jänike vom VGL: "Menschen wollen fußläufig Grünflächen erreichen und die Möglichkeit nutzen, jenseits von Beschränkungen ihren sozialen Austausch zu pflegen – und das betrifft alle Altersgruppen.“

download 5850 1 | zip 2372 kb

Vegetationsflächen wirken positiv auf das Klima und die Luftqualität vor Ort: Beschattung, Verdunstungskühle, Luftfilterung - Experten sprechen in diesem Zusammenhang von "naturbasierten Konzepten".

download 5850 2 | zip 1914 kb

H. Christian Leonhards, VGL-Präsident in NRW: "Nach unserer Erfahrung hat die Wohnungswirtschaft das Potenzial, die eigenen Wohnquartiere umweltgerecht und klimasicher auszustatten und ist damit ein bedeutender Faktor im Städtebau."

download 5850 3 | zip 56 kb