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Logistiker „wechselt über sich hinaus“: Fachkräftekampagne
im Garten- und Landschaftsbau zeigt Wirkung - zum Beispiel in NRW

Mit Unterstützung des Verbandes GaLaBau NRW hat ein 31-jähriger Lünener seinen Traumjob in der grünen Branche gefunden – und einen Betrieb, der seine Umschulung zum Landschaftsgärtner fördert.

Jede zweite Arbeitnehmerin bzw. jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland ist mit seiner beruflichen Situation unzufrieden. Dennoch scheuen die meisten eine Neuorientierung. Auch Julian Lambart, gelernte Fachkraft für Lagerlogistik aus Lünen, haderte lange mit seinem Bürojob in der Getränkelogistik. Im Zuge einer corona-bedingten Kündigung ergriff der 31-Jährige dann jedoch die Chance, die Branche zu wechseln – ganz nach dem Motto: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

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Logistiker Julian Lambart (r.) ergriff nach einer corona-bedingten Kündigung die Chance, die Branche zu wechseln. Seit Dezember arbeitet er nun als Gartenbauhelfer im Betrieb von John Biermann (l.) in Bergkamen.

Genau solche wechselwilligen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hatte der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen e. V. (VGL NRW) im Sinn, als er im vergangenen Jahr gemeinsam mit den Landesverbänden Baden-Württemberg und Bayern die Social-Media-Kampagne „Wechsle über dich hinaus“ zur Fachkräftesicherung in der grünen Branche einleitete.

Krisensicherer Job nach Corona-Kündigung

Logistiker Julian Lambart fühlte sich von der Kampagne gleich angesprochen: „In meiner Branche hatte ich mich vom Lagerarbeiter über den Schichtleiter bis zum Gruppenleiter hochgearbeitet und jede Menge erreicht – allerdings nur auf dem Papier. Denn die Arbeit im Büro machte mich nicht zufrieden. Letztlich habe ich nur noch delegiert und selbst nichts mehr bewegt.“

Schon immer und gerne unterstützte der Fitnessfan dagegen Familie und Freunde bei Gartenarbeiten aller Art: „Am Ende eines Arbeitstages weiß man dann genau, wofür man gearbeitet und was man geleistet hat.“ Nach der Corona-Kündigung informierte sich Lambart daher gezielt über den Quereinstieg in den Garten- und Landschaftsbau und nahm über die damalige Internetseite der Kampagne Kontakt zum VGL NRW auf. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle leiteten seine Anfrage umgehend an die Mitgliedsunternehmen weiter.

Mehr als zwei Dutzend Betriebe in der Nähe seines Wohnorts meldeten sich daraufhin bei dem arbeitssuchenden Logistiker. Von der großen Resonanz war Lambart überrascht: „Doch so hatte ich die Möglichkeit, mich gleich bei mehreren Betrieben vorzustellen, dort auch mal einen Tag mitzuarbeiten und meine Entscheidung für die neue Branche und den neuen Beruf gründlich abzusichern.“ Seit Dezember arbeitet er nun als Gartenbauhelfer bei der Gartendesign John Biermann GmbH in Bergkamen. 1999 gegründet und überwiegend im Privatgartenbereich tätig, beschäftigt der Betrieb heute insgesamt zwölf Mitarbeiter.

Gute Erfahrungen mit Quereinsteigern im GaLaBau

Inhaber John Biermann hat bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit Quereinsteigern gemacht: „Angesichts der Vielfalt der Arbeiten in unserer Branche sind uns Fachkräfte vom Glaser bis zum Schreiner, in größeren Betrieben aber beispielsweise auch Maschinisten, jederzeit willkommen.“ Julian Lambart ist für den Landschaftsgärtnermeister aufgrund seines handwerklichen Geschicks bei Pflasterarbeiten, beim Terrassen- oder Zaunbau, aber auch mit seinen Qualifikationen wie einem Staplerschein ein echter Glücksfall: Der junge Mann konnte sofort auf Baustellen des Betriebs eingesetzt werden und Hand in Hand mit den Kolleginnen und Kollegen arbeiten.

Im Rahmen einer betrieblichen Umschulung wird Lambart nach drei bis vier Jahren die Prüfung zum Landschaftsgärtner ablegen können. Das Wissen, das dem Nachwuchs sonst auf der Berufsschule vermittelt wird, muss er überwiegend im Selbststudium erwerben. Für ihn ist das kein Problem: „Ich bin da gut strukturiert.“ Nach dem Abschluss wird auch sein Gehalt steigen: „Die Konditionen im Garten- und Landschaftsbau sind sehr gut. Weil ich als ungelernte Kraft starte, muss ich den Gürtel zurzeit zwar noch ein wenig enger schnallen. Aber die finanziellen Einbußen gegenüber meinem vorherigen Job sind – obwohl ich dort eine Führungsposition innehatte – weitaus geringer als erwartet.“

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„Im Garten- und Landschaftsbau arbeitet man miteinander und nicht gegeneinander: Man zieht an einem Strang und jeder steht für den anderen ein“ – Für Julian Lambart (l.) waren Teamgeist und Zusammenhalt wichtige Beweggründe, als er seine berufliche Veränderung in die Tat umgesetzt hat.

„Miteinander statt gegeneinander“: Teamgeist und Zusammenhalt

Wichtiger ist dem angehenden Landschaftsgärtner neben der Vielfalt eines krisensicheren Jobs ohnehin der Zusammenhalt mit den Kollegen und die Stimmung im Team: „Im Garten- und Landschaftsbau arbeitet man miteinander und nicht gegeneinander: Man zieht an einem Strang und jeder steht für den anderen ein. Deshalb kann ich jedem, der den Wunsch nach einer beruflichen Veränderung hat, nur empfehlen, dem in der grünen Branche Taten folgen zu lassen.“

Nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr geht die Kampagne in 2021 weiter - ab sofort auch bundesweit durch den Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, der das Konzept der drei Landesverbände weiterführen wird.
„Letztlich schlagen wir mit unserem Engagement zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir helfen Menschen, ihren Traumjob zu finden, und sichern so die positive Entwicklung der Mitgliedsbetriebe“, freut sich Benjamin Küsters, Vorsitzender des VGL NRW-Öffentlichkeitsausschusses, über diese positive Entwicklung der Kampagne. „Die Erfolgsgeschichte von Julian Lambart zeigt, dass Talente aus anderen Branchen im Garten- und Landschaftsbau sehr gute Chancen haben und hier mit offenen Armen empfangen werden.“

Interessierte Kandidatinnen und Kandidaten finden alle Informationen jetzt unter www.galabau-karriere.de


VGL NRW