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Positionen der Landschaftsgärtner NRW

Unsere Erwartungen an die Landespolitik

Die nächsten vier Jahre werden maßgeblich darüber entscheiden, ob es uns gelingt, die globale Erderwärmung zu begrenzen, das Artensterben zu stoppen und die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen. Der Bund und die Länder müssen die Rahmenbedingungen schaffen, damit die Städte und Gemeinden vor Ort handlungsfähig bleiben. Mehr denn je gilt „Think global, plan regional, act local“. Hierzu sind aus unserer Sicht sieben Themen zentral, zu deren Weiterentwicklung wir mit Expertise und Potenzial von mehr als 1.000 Mitgliedsunternehmen in Nordrhein-Westfalen bereitstehen: 

1. Grüne Infrastruktur sichern und erhalten

2. Vielfältige Lebensräume schützen und ausbauen

3. Städte und Gemeinden klimaresilient weiterentwickeln

4. Zukunftsfähige Kommunen – starke Grünflächenämter

5. Gartenschauen durchführen, Beispiele geben

6. Fachkräftenachwuchs sichern, Wissenschaft fördern

7. Digitalisierung nutzen und ausbauen


Der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau leistet in NRW wesentliche Beiträge zum Klima-, Natur- und Umweltschutz, zur nachhaltigen Stadtentwicklung mit Grün und zur Ausbildung und sinnvollen Beschäftigung von Menschen. Unserer Verantwortung wollen wir im Schulterschluss mit der Landespolitik und den Städten und Gemeinden auch in Zukunft gerecht werden. Daher unsere Erwartungen an die Politik:


Grüne Infrastruktur sichern und erhalten

Zukunftsfähige Stadtentwicklung beinhaltet als Schwerpunkt eine integrierte Grünraum- und Freiflächenplanung. Über die traditionell ästhetische und raumstrukturierende Wirkung hinausgehend, sind diese Flächen heute entscheidende Instrumente der Stadtklimatologie und bedeutende Ausgleichsräume für die Gesundheit und das
soziale Miteinander der Bürgerinnen und Bürger.


Vielfältige Lebensräume schützen und ausbauen

Die Sicherung hochwertiger Natur- und Kulturlandschaften, aber auch von vielfältigen Grün- und Freiflächen in Städten und Gemeinden, muss in einem ausgewogenen Verhältnis zu baulichen Maßnahmen im Zuge der Nachverdichtung stehen. Es geht nicht um „Grün oder Grau“ sondern um „Grün und Grau“: Grünflächen, auch auf Dächern und Fassaden, sind wertvoll als CO2-Senken und als Wasserspeicher, sie sorgen für Kaltluftzufuhr und sind Lebensräume für Tiere und Pflanzen.


Städte und Gemeinden klimaresilient weiterentwickeln

Straßenbegleitgrün, Dach- und Fassadenbegrünung, ausreichende Retentionsräume, Parks und Wasserflächen sind wirksame Instrumente zur Regulierung des Stadtklimas, zur Vorsorge gegen Schäden durch Starkregen und zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung. Wir plädieren dafür, die durch die Mobilitätswende freiwerdenden Straßen- und Parkplätze als Freiflächen zu sichern und zusätzliche Grünräume zu schaffen.


Zukunftsfähige Kommunen – starke Grünflächenämter

Wir erwarten, dass in der Städtebauförderung ein Schwerpunkt auf Ausbau und Erhalt der grün-blauen Infrastruktur der Kommunen liegt. Starke kommunale Grünverwaltungen sind Garanten für eine zukunftsfähige, klimaangepasste und nachhaltig wirksame Kommunalund Regionalentwicklung und damit die Grundlage für die Erreichung der nationalen Ziele zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung.


Gartenschauen durchführen, Beispiele geben

Bundes- und Landesgartenschauen sind wertvolle Modellprojekte für den Nutzen der grün-blauen Infrastruktur für Kommunen und Regionen. Sie gilt es auch in Zukunft nachhaltig zu sichern. Für solide Entscheidungen über die Standorte sind Machbarkeitsstudien wichtig. Um auch finanzschwachen Städten und Gemeinden eine Teilnahme zu ermöglichen, sollten sowohl die Machbarkeitsstudien im Vorfeld als auch die Durchführungshaushalte von der öffentlichen Hand gefördert werden.


Fachkräftenachwuchs sichern, Wissenschaft fördern

Die grüne Branche leistet einen existenziellen Beitrag zur Lösung vieler Probleme unserer Zeit. Umgekehrt verändern aber der Klimawandel und die Digitalisierung auch die Arbeitssituation und die Abläufe. Mit den wachsenden Aufgaben haben wir auch einen deutlich erhöhten Bedarf an Fachkräften. Wir wünschen uns eine klare
Perspektive für die Aus- und Weiterbildung in unserer Branche durch den Erhalt und die Unterstützung von berufsbildenden Schulen, überbetrieblichen Ausbildungsstätten und Hochschulen mit Bachelor- und Masterabschlüssen. In diesem Sinne fordern wir einen grünen Campus im Zentrum Nordrhein-Westfalens und die Etablierung eines Studiengangs Landschaftsbau und -architektur.


Digitalisierung nutzen und ausbauen

Lokale Unternehmen, Bürger und die Verwaltung könnten mit einer zuverlässigen 5G-Infrastruktur erhebliche Synergiepotenziale heben und die Zusammenarbeit vor Ort vereinfachen, insbesondere in den Bereichen Mobilität, Energiewende und Bürokratieabbau. Für eine schnelle Nutzung der Potenziale der Digitalisierung ist es zwingend
erforderlich, in die Ausstattung und Infrastruktur der Berufsschulen und überbetrieblichen Ausbildungsstätten zu investieren. So wird die Qualität der dualen Ausbildung verbessert und ein Anreiz für eine zügige Digitalisierung der Branche geschaffen.


Unser Positionspapier zum Download:

positionspapier der landschaftsgaertner nrw | pdf 2492 kb