Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation

Verlegen Sie Ihr Home office in den Garten!

Wie der Blick ins Grüne die Arbeit beflügelt – und was man dafür tun muss.

Bei Videokonferenzen unter Kollegen konnte man den neuen Trend in den vergangenen Monaten schon beobachten: Manch einer loggte sich von der Terrasse ins Online-Meeting ein und gab den Blick ins gepflegte Grün preis. Jeder zweite Angestellte hat sich nach Schätzungen des Digitalverbands Bitkom aufgrund der Corona-Pandemie im Home office befunden – und jeder dritte Arbeitnehmer möchte auch zukünftig von Zuhause arbeiten. Der eigene Garten spielt dabei eine wichtige Rolle: als „verlängertes Arbeitszimmer“. Immer mehr Menschen überlegen bei der Gartengestaltung, wie sie neue Plätze schaffen können, die sich für ein Garden office eignen. Viele Selbstständige und Freiberufler planen sogar den Bau eines wetterfesten Gartenhauses, in dem sie ihren Schreibtisch dauerhaft unterbringen können.

Psychologen begrüßen Arbeiten im Freien

Zahlreiche Studien aus den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass eine grüne Umgebung gut für die Konzentration ist und Stress reduziert:

  • Eine Studie mit Schülern aus Großbritannien kam in den 1980er Jahren zum Ergebnis, dass der Blick ins Grüne den Lernfortschritt um 16 Prozent steigern kann. Wenn Schüler aus dem Fenster ins Grüne schauten, erbrachten sie bessere Leistungen als Mitschüler, die auf Häuserfassaden blickten. 
  • Damit wurde eine schwedische Studie mit Patienten bestätigt, die schon vor 30 Jahren die heilsame Wirkung von Büschen und Bäumen beschrieb. Patienten, die aus ihrem Krankenzimmer auf Bäume und Büsche statt auf eine Backsteinmauer schauten, erholten sich danach schneller von der Operation. Sie benötigten sogar geringere Dosen an Schmerzmitteln und schauten optimistischer in die Zukunft. 
  • Eine japanische Studie belegt, dass Substanzen aus Bäumen Stresshormone reduzieren. Für die Untersuchung wurde ein Zimmer künstlich mit „Waldluft“ angereichert – also chemischen Substanzen, mit denen Pflanzen sich gegen Schädlinge wehren oder bestäubende Insekten anlocken. Bei denjenigen, die sich in diesem Zimmer aufhielten, reduzierte sich die Ausschüttung von Stresshormonen gegenüber einer Gruppe in einem normalen Zimmer.

Von der Fliese bis zur Überdachung: das optimale Gartenbüro

Wer seinen Garten zum Arbeiten nutzen will, dem empfehlen Landschaftsgärtner auf folgende Punkte zu achten:

  • Arbeitsort. Erste Wahl für ein Home office sind sicherlich eine schon vorhandene Terrasse am Haus oder ein bestehender Sitzplatz im Garten, die sowohl in der Freizeit als auch für die Arbeit genutzt werden können. Es kann aber auch sinnvoll sein, sich fürs grüne Büro einen separaten Platz zu schaffen, der für die Arbeit reserviert ist – ähnlich wie auch im eigenen Haus. Klassische Gärten besitzen heute oft noch sehr viel Rasenfläche. Meist kann man hier sehr gut einen neuen Gartenraum mit einer kleinen, von einer halbhohen Mauer eingefassten Terrasse schaffen, der den Garten sogar noch interessanter macht. Auch kleinere Senkgärten – ein neuer Trend – eignen sich sehr gut als Rückzugsräume zum Arbeiten.
  • Arbeitsplatz. Ganz wichtig, um das Garden office so oft wie möglich nutzen zu können, ist ein Wetterschutz: Terrassenüberdachungen haben daher jetzt Hochkonjunktur. Hier gibt es eine Vielzahl an vorgefertigten und individuellen Möglichkeiten – ob aus Holz oder Metall, mit kubischen Schiebedächern oder einer klassischen Wintergartenanmutung. Um draußen mit dem Laptop gut arbeiten zu können, ist auch ein Blendschutz wichtig. Hecken, Zäune und Mauern sorgen dafür, dass Sie beim Arbeiten nicht auf dem Präsentierteller sitzen. Neu beim grünen Sichtschutz: fertige Heckenelemente, die ganzjährig gepflanzt werden können und damit sofort vor Blicken schützen. Windschutz bieten insbesondere auch Holzelemente und natürliche Mauern. Geschickt platzierte Gabionen – mit Steinen gefüllte Drahtkörbe – können zudem einen Beitrag zur Lärmreduzierung leisten. Ein Landschaftsgärtner kann vor Ort am besten einschätzen, welche Möglichkeit sich am besten realisieren lässt. 
  • Ausstattung. In einem Garden office müssen auch klassische Faktoren zur Arbeitsorganisation stimmen, damit Sie in Ruhe arbeiten können. Das fängt bei der Wahl des Untergrunds für eine als Arbeitsplatz nutzbare Terrassen (eher glatte Fliesen als Holzdielen mit Zwischenräumen) an, reicht über einen ausreichenden Sonnenschutz (keine Chance für Blendungen – wichtig, wenn man mit dem Rechner draußen arbeitet!) und geht bis zu den Stromanschlüssen.
Galerie öffnen

Inspirationen bietet auch die Social-Media-Kampagne der Experten für Garten und Landschaft aus NRW. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie.

Der Garten als Rückzugsort

Sie wollen Ihr Home office weiterhin grundsätzlich im Arbeitszimmer betreiben? Auch dann können Sie die positive Kraft des Gartens nutzen! Trinken Sie morgens den ersten Kaffee statt in der Teeküche im Unternehmen bewusst auf der Terrasse und ziehen Sie sich für die Kaffeepause an die Bank vorm Gartenhaus, den Teich oder gar den Pool zurück. Denn der Garten kann und darf auch der Raum sein, in dem man mal nur für sich und die Arbeit außen vor ist. Arbeitsforscher fordern eine bestimmte Nichterreichbarkeit gerade bei Heim-Arbeitern sogar ein. Den Kollegen sollte man solche Phasen freilich schon ankündigen – vielleicht ja mit den Worten „Bin im Garten ...“