Aus Grau wird Grün: Freiräume für Zukunft auf dem Schüco Campus

Aus Grau wird Grün: Freiräume für
Zukunft auf dem Schüco Campus

Von der Betonfläche zum Zukunftsraum: Die Entsiegelung befestigter Flächen gilt als eine der wirksamsten Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Sie reduziert Hitzeinseln, schützt bei Starkregen vor Überflutung und fördert die Grundwasserneubildung. Auf dem Bielefelder Campus der Schüco International KG, einem der führenden Unternehmen der Bauindustrie, hat der GaLaBau-Fachbetrieb  „Baum & Garten Wächter“ gleich zwei größere Parkplätze in hochwertige grüne Aufenthaltsräume verwandelt. Für Ruben Wächter, Meister im Garten- und Landschaftsbau und Inhaber des ebenfalls in Bielefeld ansässigen Unternehmens, sind Projekte wie dieses ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sich Funktionalität, Ästhetik und ökologische Verantwortung zu einem beispielhaften Gesamtkonzept verbinden lassen – oder, einfach gesagt: „Hier wird aus Grau Grün!“

Mit dem umfassenden Neu- und Umbau des Unternehmenssitzes im Nordosten von Bielefeld setzt der Gebäudehüllenspezialist ein klares Zeichen für moderne Arbeitswelten, nachhaltiges Bauen und ganzheitliche Standortentwicklung. Neben architektonischen Innovationen und zukunftsweisenden Gebäudekonzepten spielt auch die Freiraumgestaltung eine zentrale Rolle. „Baum & Garten Wächter“ setzte auf dem sogenannten Schüco Campus die Entwurfs- und Ausführungsplanung von zwei entsprechenden Projekten des Landschaftsarchitekturbüros Kortemeier Brokmann aus Herford um. Ziel war es, vormals versiegelte Stellplatzflächen auf dem Gelände in attraktive Aufenthaltsräume zu transformieren. Mit diesem Schritt unterstreicht Schüco sein Engagement für Nachhaltigkeit.

Vom Parkplatz zur grünen Visitenkarte

Mit dem Digital Hub One verwandelte Schüco eine alte Produktionshalle in ein Bürogebäude, das auf den New-Work-Prinzipien basiert. Auch der zur Straße gelegene ehemalige Parkplatz folgt der Philosophie „Aus alt mach neu“: Die Fläche wurde zu einem lebendigen Arbeits- und Begegnungsort mit viel Grün umgestaltet und steht so ebenfalls für den Wandel vom funktionalen Betriebsgelände zu einem inspirierenden Arbeitsumfeld. Der Wegfall der Parkplätze war zuvor durch den Bau eines Parkhauses in der Nähe möglich geworden.

Die Gestaltung der Fläche folgt einem offenen und einladenden Konzept. Präsentierte sich der Bereich zuvor von der Straße abgeriegelt, öffnet er sich heute als repräsentatives Entree. Solitärgehölze wie die Gleditschie ‘Sunburst’ und mehrstämmige Felsenbirnen setzen markante Akzente. Ein nierenförmig angelegter Weg mit wassergebundener Decke, eingefasst von eleganten Stahlbändern, führt durch die Anlage. Sitzbänke mit Strom- und LAN-Anschlüssen ermöglichen den Mitarbeitenden das Arbeiten im Freien und greifen die New-Work-Philosophie des Campus auf. Eine maßgefertigte Pergola aus Stahl bietet Schatten und hebt den modernen Charakter der Freianlage hervor. Im Zentrum steht eine hochwertige Staudenpflanzung der Mischung „Indian Summer“. Prägend sind farbintensive, trockenheitsverträgliche Arten wie Sonnenhut, Sonnenbraut, Astern und Salbei. Sanfte Geländemodellierungen mit Gräserpflanzungen verleihen dem Areal zusätzliche Dynamik. „Das Zusammenspiel aus Materialien, Formen und standortgerechter Bepflanzung schafft nicht nur Aufenthaltsqualität, sondern auch Lebensraum für Insekten – eine kleine Bienenweide mitten im Industriegebiet“, so Ruben Wächter.

Auch funktionale Elemente wurden gestalterisch integriert: Der Hauptzugang erhielt eine langlebige Gussasphaltfläche. Begleitet wird er von einer Zaunanlage aus einer verdeckten Stahlkonstruktion mit aufgeschraubten Lärchenlatten, die „Baum & Garten Wächter“ mit einem Tischler entwickelte und individuell fertigen ließ. Die angeschrägten Holzspitzen verleihen dem Zaun eine elegante, zeitgemäße Anmutung und unterstreichen die klare Architektursprache des Bürogebäudes.

Vom Parkplatz zum kleinen Park

Unweit des Digital Hub One entsiegelte der Fachbetrieb kurz nach Fertigstellung des Firmengartens eine weitere Stellplatzfläche. Wassergebundene Wege, Sitzgelegenheiten und neu gepflanzte Bäume strukturieren das rund 1.500 Quadratmeter große Areal. Rund 800 Quadratmeter davon wurden zunächst als Blühwiese angelegt und später durch eine hochwertige Staudenpflanzung aufgewertet. Zum Einsatz kam hier die Mischung „Pink Paradise“, die an den Standort angepasst wurde. Sie überzeugt mit einer harmonischen Farbpalette aus Rosa- und Violetttönen. Blumenzwiebeln sorgen zusätzlich für farbige Akzente im Frühjahr.

Nachhaltigkeit mit Vorbildcharakter

Die Freiraumplanung auf dem Schüco Campus zeigt, wie nachhaltig konsequente Entsiegelung im großen Maßstab wirken kann. „Entscheidend ist jedoch: Die dahinterstehenden Prinzipien lassen sich überall anwenden – auch in kleinen, alltäglichen Projekten“, sagt Ruben Wächter. „Gerade Parkplätze bieten dafür ein enormes Potenzial.“ So können einzelne Stellflächen zurückgebaut und durch Bäume ersetzt werden, die nicht nur Schatten für parkende Fahrzeuge schaffen, sondern auch das Mikroklima verbessern und die Umgebung abkühlen. Auch lässt sich versiegelte Fläche durch wasserdurchlässiges Pflaster ersetzen, sodass Regenwasser direkt vor Ort versickern kann, statt schnell in die Kanalisation abgeführt zu werden. Eine weitere Möglichkeit sind begrünte Carports, die zusätzliche Vegetationsflächen schaffen und versiegelte Bereiche ökologisch aufwerten. Ruben Wächter: „Im Kern geht es darum, Flächen Schritt für Schritt natürlicher zu gestalten, Regenwasser im lokalen Kreislauf zu halten und die Versiegelung dort zu reduzieren, wo sie ohne funktionalen Verlust zurückgebaut werden kann.“

Außenräume mit Mehrwert

Last but not least hat der Fachbetrieb auch einen Bereich vor dem neuen Welcome Forum von Schüco gestaltet, das Besuchende auf mehr als 4.600 Quadratmetern einlädt, das aktuelle Produkt- und Maschinensortiment des Unternehmens zu erleben. Ein besonderes Highlight ist hier die Anpflanzung großer Säulenbuchen, nachdem die ursprünglich vorhandenen Bäume altersbedingt gefällt werden mussten. Die neuen Buchen wurden bereits mit einem Stammumfang von 30 Zentimetern gesetzt – was zeigt, dass qualitätsvolle Gehölze und ökologisch sinnvolle Nachpflanzungen heute einen hohen Stellenwert besitzen. „Im Ergebnis zeigt sich, dass durch Projekte wie diese – mit Entsiegelung, standortgerechter Bepflanzung und nachhaltigen Materialien – Außenräume mit echtem Mehrwert entstehen“, freut sich Landschaftsgärtner Ruben Wächter, „und Unternehmen aktiv zum Klimaschutz beitragen können!“

Fotos: © Wächter Baum & Garten