Grüner Beruf mit besten Aussichten: Wer wird eigentlich Landschaftsgärtner?

Nicht alle Jugendlichen wissen, wo ihre eigenen Stärken liegen und welche berufliche Richtung sie einschlagen wollen. Je näher der Schulabschluss rückt, desto wichtiger werden aber diese Fragen. Mit dem Abschluss steht eine Entscheidung an. Wie sollen Schulabgänger sich jedoch für eine Branche entscheiden, wenn sie diese nicht wirklich kennen?

Grüner Beruf mit besten Aussichten: Wer wird eigentlich Landschaftsgärtner?

Nicht alle Jugendlichen wissen, wo ihre eigenen Stärken liegen und welche berufliche Richtung sie einschlagen wollen. Je näher der Schulabschluss rückt, desto wichtiger werden aber diese Fragen. Mit dem Abschluss steht eine Entscheidung an. Wie sollen Schulabgänger sich jedoch für eine Branche entscheiden, wenn sie diese nicht wirklich kennen?

Praktikum hat nur Vorteile

„Die beste Möglichkeit, sich ein Bild vom tatsächlichen Arbeitsalltag zu machen, ist ein Praktikum“, betont Paul Saum, Vorsitzender des Ausschusses Berufsbildung des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL). „Viele Jugendliche unterschätzen die Chance, die ihnen Praktika bieten und sehen sie eher als lästige Pflicht. Dabei helfen gerade diese Wochen, eine solide Entscheidung in Bezug auf den Ausbildungsberuf zu treffen.“ Selbst für diejenigen, die bereits ahnen, in welche Richtung es nach dem Abschluss gehen könnte, ist ein Praktikum hilfreich, denn oft gibt es von Betrieb zu Betrieb unterschiedliche fachliche Ausrichtungen. So konzentrieren sich im Garten- und Landschaftsbau einige Betriebe auf öffentliche Grünanlagen, andere hingegen arbeiten ausschließlich in privaten Gärten. Auch hier spielen die eigenen Fähigkeiten und Vorlieben eine große Rolle. „Ein Praktikum bietet eine gute Möglichkeit, schon im Vorfeld wichtige Kontakte zu potenziellen Ausbildungsbetrieben zu knüpfen“, betont Saum. „Ein persönlicher, guter Eindruck wiegt mehr, als ein bloßes Bewerbungsschreiben. Daher empfehlen wir, dass die Jugendlichen über das schulische Pflichtpraktikum hinaus auch in den Ferien Betriebsluft schnuppern und das im eigenen Interesse.“

Erfahrungen sammeln

Wie wichtig Praktika sind, weiß auch der Fachlehrer Jens Buchholz vom Berufskolleg Bonn-Duisdorf. In seiner Berufsschulklasse sitzen 19 Schülerinnen und Schüler, die 2019 ihren Abschluss als „Gärtner/in Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau“, kurz Landschaftsgärtner, absolvieren werden. „So gut wie alle Schüler aus meiner Klasse haben im Vorfeld praktische Erfahrungen im Garten- und Landschaftsbau gesammelt“, betont Buchholz, „und bei den meisten ist der Praktikumsbetrieb der Ausbildungsort geworden.“ Einige der angehenden Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner lernten im Vorfeld zwar auch den Alltag anderer Berufszweige kennen, fanden aber schnell heraus, dass sie ihre Stärken dort nicht einsetzen konnten. Auch das sei wichtig, um die richtige Entscheidung treffen zu können, so Fachlehrer Buchholz.

Interesse an Natur und Umwelt sowie praktischer Tätigkeit

Doch wer wird eigentlich Landschaftsgärtner? „Wir suchen den Typus des ‘Naturverbundenen Praktikers‘“, erklärt Thomas Wiemer, Referent für Nachwuchswerbung und Weiterbildung beim Ausbildungsförderwerk Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (AuGaLa). „Damit sind zwei der wesentlichen Aspekte schon genannt: Interesse an Natur und Umwelt sowie an praktischem Tun. Aber auch ein Faible für Technik ist von Vorteil, denn auf den Baustellen kommen unterschiedliche Geräte und auch große Maschinen zum Einsatz.“ Zudem sollte man Spaß an Teamarbeit haben und kooperativ sein, denn Landschaftsgärtner arbeiten selten allein. Nicht zuletzt spielt Kreativität eine wichtige Rolle. Wer gern draußen an der frischen Luft ist, auch mal Wind und Wetter trotzt und am liebsten körperlich arbeitet, hat im Garten- und Landschaftsbau eine hervorragende Perspektive. „Da der Beruf sehr vielfältig ist, spricht er Frauen und Männer mit unterschiedlichen Interessenlagen an. Den einen prototypischen Landschaftsgärtner gibt es nicht“, betont Wiemer, „aber jemand, der am liebsten im warmen Büro vor einem Bildschirm sitzt, wäre bei uns definitiv falsch.“

Ein Beruf mit Zukunft

Da Privatgärten und Grünanlagen in Städten einen immer höheren Stellenwert einnehmen, sind die Experten für Garten und Landschaft gefragter denn je. Das zeigt auch die vergleichsweise hohe Ausbildungsvergütung von monatlich 800 Euro im ersten Ausbildungsjahr – im zweiten liegt sie bereits bei 900 Euro und im dritten bei 1.000 Euro. Auch die Chance nach der Ausbildung übernommen zu werden, ist sehr gut, denn die Branche boomt und engagierte Nachwuchskräfte werden gebraucht. Im Anschluss an die Ausbildung steht den jungen Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtnern eine Vielzahl an Weiterbildungsmöglichkeiten offen. So ermöglichen es die Fortbildungen zum Meister oder zum Techniker der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, leitende Aufgaben als Abteilungs- oder Betriebsleiter zu übernehmen. Auch ein Studium, zum Beispiel zum Landschaftsarchitekten, ist möglich. Weitere Informationen sowie eine umfangreiche Praktikums- und Ausbildungsbörse ist auf www.landschaftsgaertner.com zu finden.
BGL

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