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Positionen des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus zu den Landtagswahlen in NRW 2022

Der Verantwortung für die Zukunft gemeinsam gerecht werden

Der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau leistet in Nordrhein-Westfalen wesentliche Beiträge zum Klima-, Natur- und Umweltschutz, zur nachhaltigen Stadtentwicklung mit Grün und auch zur Ausbildung junger Menschen. Die Ergebnisse unserer Arbeit zeigen sich in privaten Gärten und öffentlichen Parks, an Straßen und auf Plätzen, in grünen Städten und Dörfern, in Gewerbegebieten und in renaturierten Landschaftsteilen, aber auch gebäudenah als Dach- und Fassadenbegrünung. Unsere Dienstleistungen sind wirksame Instrumente zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz. Wir präsentieren uns mit unseren Themen und Leistungen regelmäßig auf Landesgartenschauen, die wir als wichtige Impulsgeber und Motoren der Stadt- und Regionalentwicklung erachten.

Unserer Verantwortung wollen wir im Schulterschluss mit der Landespolitik und den Städten und Gemeinden auch in Zukunft gerecht werden. Dazu haben wir folgende Anliegen und Erwartungen an die Landespolitik:

  • Wir fordern die Stärkung der Städte und Gemeinden im Bereich der grün-blauen Infrastruktur und eine Förderung des integrierten Verwaltungshandelns zu Klimaschutz und Klimaanpassung.
  • Wir fordern eine weitreichende Entbürokratisierung und Vereinheitlichung der Verfahren im Bereich Umwelt und Bau.
  • Wir fordern politische Unterstützung in der Aus- und Weiterbildung, insbesondere durch Sicherung der Schulstandorte und Etablierung eines grünen Campus für NRW.

Unsere Erwartungen in den Bereichen „Grüne Infrastruktur“ sowie „Umwelt und Bau“

Ausbau des Starkregenschutzes und der Überflutungsfürsorge

Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sind heute eng mit der grün-blauen Infrastruktur verbunden. Hier sind Städte und Kommunen auch mit Blick auf Gesundheitsschutz und Katastrophenvorbeugung gefordert. NRW braucht einen wirksamen Ausbau des Starkregenschutzes und der Überflutungsvorsorge u.a. durch Renaturierung von Bach- und Flussläufen, konsequente Entsiegelung befestigter Flächen, Ausbau von Retentionsflächen und eine verstärkte Dach- und Fassadenbegrünung.

Kombination von Photovoltaik und Dachbegrünung

Die Kombination von Photovoltaik und Dachbegrünung steigert im Sommer die Leistungsfähigkeit der Photovoltaik-
Anlagen um bis zu 20 Prozent – deshalb fordern wir hier eine kombinierte Förderung. Eine Vernetzung der Instrumente zu einem dezentralen Wassermanagement-System verbessert die Resilienz unserer Städte und Gemeinden und stärkt den Gesundheitsschutz und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger. Hier erwarten wir die landesweit geltende Verpflichtung zu einer Begrünungsquote von mindestens 10 Prozent der Dachflächen bei Neubau und Sanierung.

Starke kommunale Grünverwaltungen

Starke kommunale Grünverwaltungen mit fachkompetenter Personalausstattung sind Garanten für eine
zukunftsfähige, klimaangepasste und nachhaltig wirksame Kommunal- und Regionalentwicklung und damit
die Grundlage für die Erreichung der nationalen Ziele zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung. Wir fordern
eine Stärkung des integrierten Verwaltungshandelns auf Kommunal- und Kreisebene, die die grün-blaue Infrastruktur und den Freiraum bei allen Maßnahmen der Stadt- und Regionalentwicklung mitdenkt.

Förderung der Entwicklungspflege von Vegetationsflächen

Um den Ausbau und Erhalt des öffentlichen Grüns der Städte und Gemeinden zu sichern, fordern wir eine auf
zwei Jahre begrenzte Förderung der Entwicklungspflege von Vegetationsflächen bzw. Neupflanzungen.

Absicherung zukünftiger NRW-Landesgartenschauen

Seit 1980 werden in NRW Landesgartenschauen ausgerichtet, die sich bis heute als wirksame Instrumente
einer nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung bewähren und als bedeutender Bestandteil der Landeskultur
einen festen Platz erobert haben. Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Wert dieser Investitionen in Landesgartenschauen ist erheblich größer als der direkt zurechenbare Nutzen, deshalb können sie nur langfristig
bewertet werden. Wir fordern eine Absicherung zukünftiger NRW-Landesgartenschauen bis 2050.

Einheitliches Verfahren zur Verwendung von Recyclingstoffen

Die verstärkte Verwendung von güteüberwachten Recyclingmaterialien ist ein wesentlicher Baustein einer nachhaltigen und umweltschonenden Baupraxis. Unsere Betriebe benötigen eine weitreichende Entbürokratisierung
und Vereinheitlichung der Verfahren zur Verwendung von Recyclingmaterialien. Wir fordern ein schlankes und landesweit einheitliches Verfahren zur Verwendung von Recyclingstoffen in Kombination mit einer wasserrechtlichen Erlaubnis.

Unsere Erwartungen im Bereich „Bildung“

Klare Perspektive für die Aus-und Weiterbildung von Fachkräften

Die grüne Branche leistet einen existenziellen Beitrag zur Lösung vieler Probleme unserer Zeit. Umgekehrt
verändern aber der Klimawandel und die Digitalisierung auch die Arbeitssituation und die Abläufe. Mit den
wachsenden Aufgaben steigt der Bedarf nach Fachkräften – Meister und Techniker, Architekten und Ingenieure,
Lehrer an Berufs- und Fachschulen. Wir benötigen eine klare Perspektive für die Aus- und Weiterbildung in unserer Branche durch den Erhalt und die Unterstützung von berufsbildenden Schulen, überbetrieblichen Ausbildungsstätten und Hochschulen mit Bachelor- und Masterabschlüssen.

Etablierung eines Studiengangs Landschaftsbau und -architektur

Um den akuten Berufsschul- und Fachlehrermangel zu beheben, drängen wir auf eine entsprechende Ausbildung
dieser Kräfte in NRW. Wir fordern einen grünen Campus im Zentrum Nordrhein-Westfalens und die Etablierung eines Studiengangs Landschaftsbau und -architektur, so beispielsweise am Standort Wuppertal. Für eine schnelle Nutzung der Potenziale der Digitalisierung ist es zwingend erforderlich, in die Ausstattung und Infrastruktur der Berufsschulen und überbetrieblichen Ausbildungsstätten zu investieren und eine zentrale Lernplattform zu etablieren. So wird eine einheitliche Entwicklung von Lernsystemen gefördert und die Qualität der dualen Ausbildung zeitgemäß verbessert.

Kommen Sie mit uns ins Gespräch!

Ihre Ansprechpartner im Verband:

  • Josef Mennigmann, Präsident
  • H. Christian Leonhards, Ehrenpräsident
  • Christoph Lau, Geschäftsführer


Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen e. V.
Sühlstraße 6
46117 Oberhausen

Mail: info@galabau-nrw.de
Tel.: (02 08) 8 48 30-0
www.galabau-nrw.de


Unser Positionspapier zum Download:

Positionspapier VGL NRW zur Landtagswahl 2022 | pdf 922 kb