Neugier wecken
Ein wesentliches gestalterisches Prinzip – die gezielte Raumbildung durch Pflanzungen – ist dabei auch übertragbar auf Gärten in kleinerem Maßstab: Gehölzgruppen können auch dort Sichtachsen schaffen, den Blick lenken und den Garten in unterschiedliche Erlebnisräume gliedern. Spannende Wegeführungen unterstützen eine solche Dramaturgie und laden dazu ein, den Garten Schritt für Schritt zu erkunden. „Auch im Reihengarten empfiehlt es sich, einen locker aufgebauten, mehrstämmigen Baum nahe der Terrasse zu platzieren, der als visueller Filter Neugier weckt, ohne den Raum zu verschließen“, so Hermann J. Jansen. Auch Wasserflächen lassen sich heute problemlos in kleinere Gärten integrieren – etwa als kompaktes Becken in Kombination mit einem Solitärgehölz, dessen Spiegelbild zusätzliche Tiefe erzeugt.
Für den Landschaftsgärtner steht dabei fest, dass Ästhetik und ökologische Verantwortung im Garten untrennbar miteinander verbunden sind: „Ökologische Aspekte bilden die unverzichtbare, selbstverständliche Grundlage jeder Planung. Dennoch wird ein Garten in erster Linie über seine ästhetische Wirkung wahrgenommen.“ Auf Basis einer standortgerechten Pflanzenauswahl, sorgfältigem Bodenaufbau und nachhaltiger Pflege können sich danach die unterschiedlichsten Gartenstile entfalten – vom naturnahen bis zum formal gestalteten Garten.
Fotos: © Ferdinand Graf Luckner / Callwey Verlag