Die Kunst des selbstverständlichen Gartens

Die Kunst des selbstverständlichen Gartens

Ein gut gestalteter Garten wirkt wie selbstverständlich – harmonisch in Struktur, Pflanzen- und Materialwahl. Ein besonders gelungenes Beispiel findet sich in Köln: Hier hatte eine vierköpfige Familie einen charmanten Altbau behutsam saniert. Auch der Garten sollte in die Transformation der Fläche eingebunden werden – nicht als klassischer Familiengarten, sondern als Freiraum mit eigener Haltung. Gebaut hat ihn der von Michael Liesenberg 1991 gegründete Kölner GaLaBau-Fachbetrieb - Michael Liesenberg Gartengestaltung GmbH.

Als Stefan Meibert, der den Bereich Neubau im Unternehmen leitet, und sein Team damit begannen, das verwilderte Grundstück für die Neugestaltung freizulegen, traten zahlreiche Relikte der Vergangenheit zutage, darunter alte Baumstümpfe und historisches Natursteinpflaster. „Die Geschichte des Gartens war allgegenwärtig“, sagt der Meister im Garten- und Landschaftsbau. „Gleichzeitig war deutlich, wie gut ihm eine neue Struktur und Ausrichtung tun würde.“ Das Gestaltungs- und Pflanzkonzept dafür entwickelte der renommierte > Gartenarchitekt Peter Janke aus Hilden, dessen Entwürfe das Kölner Unternehmen bereits in der Vergangenheit erfolgreich umgesetzt hatte.

Der neue Garten folgt keiner gängigen Typologie. Er definiert seine eigene Ordnung, setzt klare Schwerpunkte, wirkt dadurch größer als seine 250 Quadratmeter und entfaltet eine besondere Anziehungskraft. Landschaftsgärtner Stefan Meibert war sofort begeistert von der ungewöhnlichen, standortgerechten Pflanzenauswahl und den hochwertigen Materialien, die zum Einsatz kommen sollten. Zudem sind ökologische Aspekte konsequent mitgedacht: Gehölze, Gräser und Stauden sollen sich nach der Anwachsphase weitgehend selbst regulieren. Bereits wenige Monate nach der Fertigstellung wirkte der Garten so, als wäre er schon immer dagewesen – für die Mannschaft der Firma Liesenberg eines der schönsten Komplimente.

Die Struktur

Die vorhandene, einst wuchernde Kirschlorbeerhecke, nun präzise geschnitten, und neue Eibenhecken rahmen den Garten ein. Der Blick von der eleganten, aus pflegeleichten glatt gehobelten Bangkirai-Dielen gefertigten Terrasse mit einem fein nuancierten Farbspiel fällt auf eine Rasenfläche, die von zwei geschwungenen, gegenläufigen Wege-Elementen aus hochwertigem Klinkerstein durchzogen werden. Sie strukturieren den Garten, ohne ihn zu fragmentieren, und machen ihn in seiner Gesamtheit erlebbar. Die Linienführung wirkt ruhig und zugleich beweglich.


Die Wege lenken den Blick zum einen auf eine Pflanzfläche, aus der eine immergrüne Magnolie hervorsticht, zum anderen auf einen für unterschiedliche Nutzungen offenen Aufenthaltsbereich, der als wassergebundene Wegedecke ausgeführt ist. In der Mitte hat eine mehrstämmige Tokio-Kirsche ihren Platz gefunden, die im Frühjahr eine reichhaltige Blüte mit feinem Duft verheißt. Beide Gehölze eignen sich auch für kleinere Gärten, da sie sich gut in Form halten lassen. Mit ihrer Kronenstruktur schaffen sie zusätzliche Ebenen oberhalb der dichten Hecken an der Grundstücksgrenze.

Die Pflanzenauswahl

Die Pflanzung dient grundsätzlich nicht der Dekoration, sondern formt Räume, schafft Übergänge und bestimmt die Atmosphäre. Zahlreiche Pflanzen nehmen Bezug auf das Herkunftsland der Gartenbesitzerin, Japan. Dazu zählen der Japanische Angelikabaum mit seinem markanten, großblättrigen Erscheinungsbild, die Asiatische Mahonie, die mit wintergrünem Laub und früh einsetzender Blüte Struktur gibt, sowie das Japanische Hakongras, dessen weich überhängender Wuchs besonders im Halbschatten zur Geltung kommt. Die Japanische Aralie mit ihren grünlich-weißen Blütentrauben, die im Hochsommer erscheinen, stellt eine weitere kulturelle Referenz dar. Ihre jungen Triebe werden in Japan traditionell als Gemüse genutzt.

Trotz der vielen immergrünen Pflanzen, die den Garten rahmen und auch in den Beeten zu finden sind, präsentiert sich der Garten ausgesprochen blütenreich – bei Gehölzen ebenso wie bei Stauden. Der Amerikanische Gelbholzbaum, der als Hausbaum an der Terrasse platziert wurde, erfreut die Gartenbesitzer mit seiner weißen Blüte, die zugleich eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten ist. Auch die Tokio-Kirsche wird intensiv angeflogen.


Reichlich Insektenfutter bieten zudem die Beete. Sie wurden von Anfang an eng mit wüchsigen Bodendeckern besetzt, sodass sich bereits weniger Monate nach der Pflanzung eine geschlossene Decke präsentierte. Balkan-Anemone, herzblättrige Kugelblume, Sandthymian und Spanisches Gänseblümchen sorgen für lange Blühzeiträume, vom zeitigen Frühjahr fast bis zum ersten Frost.


Ein prägendes Gestaltungselement in den Beeten sind die Eiben im Wolkenschnitt. Diese Schnitttechnik formt die Gehölze zu weich modellierten, scheinbar schwebenden Objekten. Die wellenförmige Oberfläche bringt Ruhe und Klarheit in den Garten. Sie verweist auf die Formsprache japanischer Gärten, die auch in England hochgeschätzt wird. Die Pflanzung der Eiben war eine logistische Herausforderung: „Ihre Ballen waren riesig, oft größer als die Pflanze selbst“, so Landschaftsgärtner Stefan Meibert, „das Einsetzen erforderte entsprechend viel Kraft und Präzision.“ Eiben gelten als sensible Gehölze – je älter sie sind, desto anspruchsvoller die Pflanzung. Doch nicht nur die Exemplare in den Beeten, sondern auch die Eiben an den Grundstücksgrenzen, die bei der Pflanzung bereits zwei Meter hoch waren, haben sich durchweg gut entwickelt.

Die Pflege

Auch hier zahlt sich die kontinuierliche Pflege durch den Fachbetrieb Liesenberg aus: Gehölze, Gräser und Stauden werden regelmäßig begleitet, um die gestalterische Idee langfristig zu sichern – damit der Garten auch in Zukunft seine Klarheit und Selbstverständlichkeit behält. Hochwertige und auf den Kunden individuell zugeschnittene Gartenpflege ist neben der Neu- und Umgestaltung von überwiegend Privatgärten von Anfang an ein Standbein des Betriebs.

Fotos: © Michael Liesenberg Gartengestaltung GmbH