Die Teilqualifizierung ist ein bundesweit standardisiertes Qualifizierungsformat, das berufliche Kompetenzen modular vermittelt. Statt einer durchgängigen mehrjährigen Ausbildung werden einzelne, klar definierte Kompetenzbausteine absolviert. Jedes Modul schließt mit einem Zertifikat ab und ist damit einzeln am Arbeitsmarkt verwertbar.
Wichtig: Die Teilqualifizierung ist Ergänzung, nicht Ersatz. Der Berufsabschluss „Landschaftsgärtner/in“ bleibt der Goldstandard der Branche. Die TQ bietet jedoch eine realistische Option, Kompetenzen schrittweise aufzubauen – und kann den Weg in Richtung weiterer Qualifizierung unterstützen
Die Teilqualifizierung richtet sich an Erwachsene, primär ab 25 Jahren, die im GaLaBau eine Perspektive aufbauen oder ausbauen möchten – auch wenn der klassische Ausbildungsweg aktuell nicht passt.
Besonders geeignet ist TQ für:
- Quereinsteiger*innen, die in den GaLaBau wechseln möchten
- Berufserfahrene ohne Berufsabschluss, die ihre Kompetenzen sichtbar nachweisen wollen
- Geringqualifizierte Beschäftigte, die sich gezielt weiterentwickeln möchten
- Personen, die aufgrund von Familie, Lebenssituation oder beruflichen Rahmenbedingungen eine modulare Qualifizierung bevorzugen
1) Gezielte Qualifizierung im Arbeitsalltag
Mitarbeitende werden für konkrete Einsatzfelder qualifiziert – passend zu den Anforderungen im Betrieb.
2) Mitarbeiterbindung durch Perspektiven
Wer Entwicklungschancen erhält, bleibt häufiger im Unternehmen. Die TQ schafft nachvollziehbare Entwicklungspfade und stärkt Motivation.
3) Planbarkeit durch modulare Struktur
Statt „alles oder nichts“ ermöglicht die TQ schrittweise Qualifizierung – inklusive verwertbarer Zwischenabschlüsse durch Modulzertifikate.
TQ 1 – Vegetationspflege (14 Wochen)
In diesem Modul stehen Pflegemaßnahmen im Mittelpunkt: Gehölz- und Staudenpflege, Rasen- und Wiesenflächen, Bewässerung, Düngung sowie Grundlagen der Pflanzenkunde. Teilnehmende lernen außerdem den sicheren Einsatz und die Pflege von Maschinen und Geräten im Pflegeeinsatz.
TQ 2 – Belagsflächenbau (20 Wochen)
Dieses Modul qualifiziert für die Herstellung von Belagsflächen aus unterschiedlichen Materialien (z. B. Beton- und Naturstein). Themen sind u. a. Unterbau, Gefälle, Entwässerung, Materialkunde, Vermessungsgrundlagen sowie der sachgerechte Maschineneinsatz.
TQ 3 – Vegetationstechnik (14 Wochen)
Hier geht es um Standortvorbereitung, Pflanzarbeiten, Rasen- und Saatarbeiten sowie Fertigstellungspflege. Der Fokus liegt auf praxisgerechter Ausführung, Pflanzenverwendung und der Umsetzung unter ökologischen und ökonomischen Aspekten.
TQ 4 – Bauwerke (20 Wochen)
Teilnehmende erwerben Kompetenzen im Bau von Treppen und Mauern, im Umgang mit Stufen, Mauersteinen und Betonfertigteilen sowie in der Herstellung von Wasseranlagen. Relevante Vorschriften und Vermessungsarbeiten werden praxisorientiert einbezogen.
TQ 5 – Baustellenorganisation (20 Wochen)
Dieses Modul stärkt die Kompetenzen rund um Baustelleneinrichtung, Verkehrssicherung, Schutz von Boden und Vegetation, Arbeiten mit Ausführungsunterlagen sowie Disposition von Maschinen und Material. Auch Dokumentation – analog und digital – ist Bestandteil.
TQ 6 – Klimaanpassung (14 Wochen)
Klimaanpassung ist ein zunehmend zentrales Themenfeld in Projekten, Kommunen und Betrieben. Inhalte sind u. a. Gebäudebegrünung, Wassermanagement befestigter Flächen, Erosionsschutz, Ökosystemschutz sowie zirkuläre Nachhaltigkeit.
Ein zentraler Qualitätsbaustein der Teilqualifizierung ist die Kompetenzfeststellung innerhalb der Module. Auf dieser Grundlage erhalten Teilnehmende ein Modul-Zertifikat.
Das schafft:
- Nachweisbarkeit der erworbenen Kompetenzen
- Vergleichbarkeit der Qualifizierung
- Anschlussfähigkeit für weitere Qualifizierungsschritte
Die Umsetzung startet mit den ersten beiden Modulen – inklusive klarer Planung:
- TQ 1 „Vegetationspflege“ und TQ 2 „Belagsflächenbau“: geplant ab Frühjahr 2027 (Startgruppe: 12 Teilnehmende)
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Die Teilqualifizierung unterstützt die Branche dabei, zusätzliche Fachkräftepotenziale zu erschließen. Denn die Herausforderungen nehmen zu: Klimaanpassung, Stadtbegrünung, Regenwasser- und Flächenmanagement sowie anspruchsvolle Bau- und Pflegeprojekte erfordern zunehmend qualifiziertes Personal. Gleichzeitig braucht es Wege, um auch Menschen ohne klassischen Ausbildungsweg für die Branche zu gewinnen und im Betrieb systematisch zu entwickeln.
Die Struktur der TQ basiert auf dem bundeseinheitlichen ETAPP-Modell und wurde im Rahmen eines Fachworkshops durch den VGL NRW – unter Einbindung des BGL sowie der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) – auf die spezifischen Bedarfe des GaLaBau übertragen und weiterentwickelt.
Bildungszentrum Gartenbau, Münster-Wolbeck (BZG)
Bildungszentrum Gartenbau, Essen (BZG)
Deutsche Lehranstalt für Agrartechnik, Westfalen-Lippe GmbH (DEULA)
Deutsche Lehranstalt für Agrartechnik, Rheinland GmbH (DEULA)
Fortbildungsakademie der Wirtschaft (faw) gGmbH
Akademie Düsseldorf